Nach einem äusserst erholenden Schlaf hätten wir fast das Frühstück verpasst, was eine Schande gewesen wäre. Denn der absolute König der Dachterasse ist der Koch und der versteht sein Handwerk wie wir schon gestern beim late Afternoon Tea anhand der perfekt gewürzten Papadams feststellen durften! Frühstück auf Indisch heisst dünne gefüllte Omeletten, Joghurt und etwas Gewürzreis – gleichermassen schmackhaft wie sättigend. So gestärkt machten wir uns daran Jaisalmer wieder zu entdecken. Augenfällig ist, dass sich die Kuhpopulation in der Stadt gefühlt verzehnfacht hat! Ansonsten hat sich gar nicht so viel verändert – das Warenangebot hat sich natürlich etwas der Zeit angepasst und beim motorisierten Verkehr ist eine ganze Flotte an stämmigen Mahindra Pickups (ähnlich der Mercedes G-Klasse) hinzugekommen, aber ansonsten ist immer noch ziemlich viel beim Alten. Und wie beim letzten Mal ist es natürlich auch das ganze Indienerlebnis, was einem mal – zumindest olfaktorisch – einen Schlag in die Magengrube und im nächsten Moment wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert bei fröhlichen Neugier, mit der Fremde empfangen werden. Insbesondere Dr. D hinterliess mit seiner Mähne einen tiefen Eindruck, wobei bei der Betitelung als Mr Biden nicht ganz klar war, ob das jetzt wirklich ein Kompliment war oder doch eher eine subtile Kritik daran, dass wir keine Textilien besichtigen wollten, gedacht war. Eindeutiger waren die Komplimente von anderen Touristen und der Vorschlag eines Locals, Dr. D solle im Februar wiederkommen, weil dann der Mr. Desert gekürt würde 🙂

– mal schauen, weil ganz ehrlich, so ehrenhaft der Titel ist, sowenig hätten wir da verloren – die Wüste ist gross und unerbittlich und wir würden uns da wohl eher nicht so gut durchschlagen. Durchschlagen heisst es auch für die Menschen in Jaisalmer, seit COVID ist der der Tourismus wohl stark eingebrochen und ausser Tourismus oder Militär gibt es da nicht so ganz viel zu tun… im Hotel waren jedenfalls immer viele helfende Hände da und auch ein junger Touristenführer, der in einem Wüstendorf aufgewachsen ist. Bitter bloss, dass – als er endlich von einer Safarigruppe für das volle Programm (off-road in die Wüste, Kamelritt, Barbecue und dann übernachten unter dem Sternenhimmel) es mal wieder so richtig monsunte, so dass es der Gruppe trotz wasserfester Blachen etc zu nass war… schon wieder nix zu tun als mit Jimbo und Dr D zu quasseln. Für uns natürlich sehr angenehm – ein schönes Hotel

Mit einer grandiosen Roof-Top Bar und einem sehr flexiblen Chef – Zigarrenrauchen in der Monsunzeit kann draussen nämlich auch mal ins Wasser fallen – aber hey, dafür gab’s ja noch ein eigentliches Fumoir

Später sind wir dann durch die Gassen gezogen

Markt

Eingang zum Fort

Das versuchen wir ja – aber ganz ehrlich, das Fort ist immer noch die Nummer 1 Touristenattraktion und da sind dann eigentlich alle Pfade etwas ausgetreten…

Auch an jeder Ecke: Strassenhunde… wobei dieser ev sogar eine Aufgabe hat, nämlich den Schrein gegenüber zu bewachen?

aber das Fort heisst nicht umsonst Fort – es war einmal tatsächlich eine Wehrfestung, auch wenn es heute zu einem kunterbunten Durcheinander von Wohnhäusern, Galerien und Krams-Läden mutiert ist.

und es gibt diverse Aussichtspunkten von welchen man die Ausdehnung dieser Wüstenstadt überblicken kann

auch wenn nicht mehr alle dieser Aussichtspunkte auch tatsächlich noch touristisch genutzt werden (vielleicht lag es hier ja auch daran, dass das Angebot etwas zu prominent auf Schweizer Kundschaft ausgerichtet war?)

Augenfällig ist aber die Veränderung der Nutzung der Dächer: Solarzellen sahen wir vor 12 Jahren noch keine!

auf den Nachmittag hin machten wir uns dann auf zum Test Driving und natürlich um unsere Beauty in Empfang zu nehmen – einfach prächtig!

und zwar von allen Seiten – da hat Jimbo mit dem Kochbuchdesign nun wirklich den Vogel abgeschossen – vermutlich einen Pfau oder hat selbigen halt gemacht, aber das Resultat ist es jedenfalls wert! Und das sei jetzt nicht bloss aus erster Begeisterung hingeschreiberlt, sondern das ist inzwischen auch durch unzählige Smiles und Thumbs-ups bei unseren Überlandfahrten bewiesen!

sehr beruhigend ist, dass wir auch dieses Mal wieder mit einem liebevollen Glücksbringer versehen wurden – auf indischen Strassen ist das nie falsch!

Und nach einer durchaus unterhaltsamen und lehrreichen Mechanikerschulung – zB hat das Tuck keinen Wagenheber (ist ja logisch weil ist ja kein Wagen – aber trotzdem – fühlt sich zuerst etwas unausgerüstet an…) weil man kann es zum Rädli wechseln auch einfach auf die Seite kippen – wobei man allerdings nicht vergessen sollte, zuerst noch die Muttern zu lösen und das Reserverad aus der Kiste zu holen, weil das wird sonst eine kippelig-schräge Angelegenheit…
Und auf den Abend hin machten wir uns dann frisch für die Adventurists Party – da waren wir früher präsenter, auch wenn unser Einmarsch als Schweizer Banker einen Spontanapplaus auslöste – das ist uns jetzt wirklich nicht oft passiert. Lag aber vielleicht auch daran, dass uns die Meute eher als Blues Brothers Persiflage interpretierte, was natürlich deutlich lustiger ist. So oder so hatten wir unseren altersgerechten Spass – Smoke on!

0 Kommentare